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von Mirko

Historie

  Historie des Eldagser Jägercorps  


Ein bestehendes Schützenwesen ist in der Stadt Eldagsen durch vorhandene Dokumente und geschichtliche Forschung schon viele Jahrhunderte dokumentiert. Durch die unruhigen Zeiten der letzten tausend Jahre in Europa waren die Städte zum Schutz vor marodierenden Banden und Truppen darauf angewiesen, ein gewisses Maß an Selbstverteidigung zu organsisieren. Eldagsen mußte dieses leidvoll erfahren, da unsere Heimatstadt zuletzt im 30jährigen Krieg bis auf wenige Häuser durch Tillys Heer bis auf die Grundmauern durch Brand zerstört wurde.

Ausdruck der selbstorganisierten Selbstverteidigung war unter anderem eine Stadtmauer aus Stein oder dichtes, dorniges Gebüsch (Knick), wie auch eine wehrhafte Bürgerschaft im Rahmen einer organisierten Bürgerwehr.
 
Traditionsfahne von 1882Aus diesem geschichtlichen Hintergrund ist die Gründung vieler Schützenvereine, so auch in der Stadt Eldagsen zu sehen. Im Jahr 1845 wurde aus der bestehenden Schützenbewegung unserer Stadt das Jägercorps gegründet. Damals nannte es sich noch uniformierte Schützengesellschaft oder auch uniformiertes Schützencorps. 1895 erfolgte die Umbenennung in Jägercorps Eldagsen. Am 20. Januar 1979 wurde mit der neuen Satzung der aktuelle Name des Vereins Eldagser Jägercorps von 1845 e.V. im Vereinsregister des Amtsgerichtes Springe festgeschrieben. 
 
Die Historie des Eldagser Jägercorps von 1845 e.V. ist in ingesamt drei Chroniken (1970, 1995 und 2005)  ausführlich in Wort und Bild dokumentiert worden, daher soll hier nicht im Detail auf die Vereinsgeschichte eingegangen werden.
Interessierten Lesern seien diese umfangreichen Chroniken wärmstens empfohlen, welche im Übrigen noch immer beim Kassenwart für einen geringen Kostenbeitrag erworben werden können.
 
Hier soll vielmehr auf Dinge eingegangen werden, die das Eldagser Jägercorps auch heute noch von anderen Schützenvereinen unterscheidet.


Der Vereinsaufbau:
 

Vorwegzunehmen ist, dass das Eldagser Jägercorps ein Verein mit rein männlicher Mitgliedschaft ist!

Neben dem geschäftsführenden Vorstand (Kommando) gibt es viele weitere Funktionsträger, welche mit bestimmten Dienstgraden im erweiterten Kommando zusammengefaßt sind.
Innerhalb des Hauptvereins existiert eine emsige Seniorengruppe für Mitglieder, die das 60. Lebensjahr bereits beendet haben. In dieser Gruppe werden auch separate Preisschießen durchgeführt. Selbstverständlich schießen diese Senioren auch beim Hauptverein mit.
Dem Jägercorps als Jugendorganisation angegliedert sind die
Jägerjungschützen von 1927 für Jugendliche und junge Männer ab 16 Jahren, desgleichen die Schülergruppe für Jungen ab 12 Jahre sowie die Jungschülergruppe für Jungen ab 6 Jahre. Diese schießen allerdings aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen mit einem Laserlichtpunktgewehr und nicht mit regulären Waffen.
Mehr zu den einzelnen Dienstgraden im Jägercorps kann man
hier erfahren.


Die Uniform:

Im Jahr 1845 war das Calenberger Land noch fester Bestandteil des Königreichs Hannover und die Bevölkerung stark mit dem hannoverschen Königshaus verbunden. In dieser Verbundenheit wurde mit landesherrlicher Genehmigung die Uniform der königlich berittenen Forstmeister und Oberförster  übernommen.
Dieser als Zweireiher gehaltende Gehrock wird mit speziellen Knöpfen bestückt, die das Eldagser Stadtwappen in sich tragen.
Links ein Ärmelstreifen mit dem Namen des Vereins, eine Schützenkordel von der linken Schulter herunter, dazu eine Hose aus schwarzem Tuch mit einem grünen Streifen am Außenrand. Schwarze Schuhe und Socken sind selbstverständlich, ebenso ein weißes Hemd und Schützenkrawatte. Abgerundet wird der Jäger mit einer Mütze aus hellgrünem Tuch mit grünem Samtstreifen und Halbmond als Schirm. Geschmückt ist die Mütze mit Jägerhorn und Eldagser Rose. Angesteckt wird an die Mütze stets frisches Eichenlaub.
Der Rock wird ausschließlich geschlossen getragen, d.h. ein Aufmachen der Uniform ist verboten, es sei denn, es wird von höherer Stelle entsprechend angeordnet. Offiziere tragen den Rock meistens auch am Hals geschlossen, einfache Jäger meistens den Halsbereich aufgeschlagen und über Kreuz geknöpft.
Da diese Uniform keine "Stangenware" ist, werden diese dem Jäger auf den Leib geschneidert. Die gute Qualität der Jägerröcke läßt so manchen Rock über Generationen hinweg in einer Familie verbleiben.
Das Jägercorps legt Wert auf ein tadelloses Äußeres, daher werden Nachlässigkeiten bei der Präsentation der Uniform in der Öffentlichkeit nicht geduldet.


Die berittenen Offiziere:
 

Ein besonderer Blickpunkt zu jedem Freischießen ist das Auftreten des
Oberst des Eldagser Jägercorps mit seinen zwei Adjutanten. Gerade in einer Ackerbürgerstadt wie Eldagsen war das Pferd in den vergangenen Zeiten unentbehrlich in der Landwirtschaft oder für die private Beförderung z.B. als Zugtier für die Kutsche. Umso seltener wird es zunehmend, das Pferd als privates Hobby selbst auf dem Lande noch zu finden. 
Umso glücklicher und stolzer sind wir, dass wir in unseren Reihen immer noch Kameraden haben, die in der Lage sind, diese alte Tradition der berittenen Offiziere weiterzuführen und so unserem Auftreten weiteren Glanz zu verleihen.
Der Oberst ist während des Eldagser Freischießens die höchste Autorität in der Stadt Eldagsen. Die Befehlsgewalt wird dem Oberst zur Eröffnung des Freischießens durch den Ortsrat / Bürgermeister übergeben. Als Mitglieder des erweitereten Kommandos in der Vereinsstruktur  haben die Meinungen der berittenen Offiziere vor allem aufgrund ihrer Reputation Gewicht.

zum Bild: Oberst Friedel Ziegenbruch mit seinen beiden Adjutanten Oberleutnant Alfred Meisiek und Leutnant Jens Greth.
Aufnahme vom Montags-Festumzug 2013
 

Das Schießen:

Vereinszweck eines jeden Schützenvereins ist natürlich das Schießen.
Im Eldagser Jägercorps wird dafür seit 1974 das Schießen auf vier vorhandenen Kleinkaliberschießständen mit einer Entfernung von 50 Metern und acht Luftdruckwaffenständen mit zehn Metern Entfernung angeboten. Auf den letztgenannten Ständen wird Luftgewehr, als auch Luftpistole geschossen.
Entgegen anderer Schützenvereine werden allerdings die vereinsinternen Wettkämpfe wie
Pokale und Preisschießen seit jeher abseits der schießsportlichen verbandsanerkannten Wettkampfdisziplinen ausgeschossen. Bis auf wenige Ausnahmen abgesehen, besteht die Schießweise in sitzender Position, Gewehr auf einem Sandsack positioniert (sitzend Sandsack).  Die Luftgewehrwettkämpfe werden stehend Auflage ausgeschossen. Geschossen werden vereininterne Wettkämpfe ausschließlich mit Gewehren des Vereins, d.h. das Mitglied hat selber keine eigene Waffe im Besitz, die für das Jägercorps im Gebrauch sind.
Diejenigen Schützen, die sich auch schießsportmäßig mit anderen Schützen außerhalb des Jägercorps messen wollen, können dieses über die
Schießsportgemeinschaft Eldagsen (SSG Eldagsen) ausüben. Auch hier werden über den Verein die Waffen gestellt, es könnten aber auch eigene Waffen verwendet werden.
Für die SSG sind zahlreiche Kameraden des Eldagser Jägercorps in mehreren Mannschaften aktiv und nehmen an den Rundenwettkämpfen des Kreisverbandes in den Disziplinen Kleinkaliber-Auflage, Luftgewehr-Auflage und Luftpistole teil. 

 

 

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